Überlege-Knast

Die S-Bahn fährt an, mit dem stärker werdenden Heulen, dass erst, wenn die Welt mit angemessener Geschwindigkeit an dir vorbei geschoben wird, vom Heulen des Windes übertönt wird. Der Vierer ist nur von mir besetzt. Ein Bein ist gesellschaftlichen Charaktersymboliken gemäß, auf die Ebelstahlverkleidete Heizungsabdeckung gestemmt, was viel mehr Anstrengung, als lässige Bequemlichkeit bedeutet, weil diese rutschig ist.
Mein ihnen zugewandter Rücken macht sie glauben, ich könne sie nicht hören. Oder zumindest macht mich mein ihnen zugewandter Rücken mich glauben, ihr anhaltendes Gespräch findet in dieser Lautstärke nur statt, weil sie nicht mit meiner hörenden Anwesenheit rechnen.
Sie berichtet ihm äußerst lang, äußerst breit über ihre Ausbildung, in der es darum geht Restaurantbesucher zu bedienen und zuvor Tische zu decken, die man später reinigt. Dabei sind offenbar Gäste, Mitauszubildende und die Weisungsberechtigten, diejenigen die eine äußerst weite, äußerst breite und sehr hitzige Diskussion erzwingen. Das ist auch klar, ist doch alles Inventar friedliebend.
Sie und Er sind engagiert und teilen das Leid - naja, wie man´s Leid halt teilt - sie muss und er nimmt halt auch was.
Auch ich glaube ihr mittlerweile das es nicht leicht ist und nicht leichter wird.
Und dann sagt se was! Sie wollte dann, wegen der ganzen Ungerechtigkeit einfach mal allen Frust herauslassen. Soweit war sie schon. Alles in zwei schlagen. Das gesamte Inventar zerschmettern, gegen den Tresen kloppen, Teller kaputt machen und Tassen. Allen Frust aufs Inventar.
Ja sie sagt Inventar und das sie es alles zerkloppen wollte, weil sie einfach nur noch Frust hatte. “Und dann”, sagt sie, “dann habe ich überlegt wie teuer das werde”. Und?! Das wird teuer, hatte sie sich überlegt und “da hab ich´s gelassen”. “Überleg doch mal wie teuer das geworden wäre”. “Ja, krass teuer.”
Da dachte ich, wie glücklich es doch eingerichtet ist, wenn die die meinen Frust zu haben, bemerken, dass das nicht sein kann, weil der für sie doch gar nicht bezahlbar ist(“Frust?! Ich?! Hab ick Geld?!”). Ich überlege ob man ihn vielleicht einfach stehlen sollte? Den Frust, meine ich. Mundraub, oder so. Dann heult der Fahrtwind und ich rutsche reichlich uncool ab.



Vorweihnachtszeit

ich hau den osterhas in stücke,
fress die ohren und dabei pflücke
ich drei eier aus nem papiergrasnest.
freu mich an hohl bemalten eierschalen
und komm doch nicht umhin zu fragen,
wohin mit all der schokopest.
ich füll´s in töpfe und mach hitze.
ich rühr den brei und forme dann,
mit ausstechförmchen, erst haubitze
und perspektivisch schon, nen weihnachtsmann.
 


Irgend*

Ich hab eine von ihm unterzeichnete EP, ohne allerdings einen Schallplattenspieler zu besitzen. Und ohne eigentlich irgendwas von Autogrammen zu halten. An dem Abend war mir irgendwie so. Wie mir überhaupt immer irgendwie so ist, wenn ich dem zu höre, was er so tut. Irgendwie mochte ich Born in the Flood fast noch mehr. Ach, stimmt nicht. Obwohl?! Ne! Ach was weiß denn ich. Ne, stimmt nicht.

Wirklich großartig! Irgendwie. Vermutlich wirds wieder so.

Nathaniel Rateliff: Shroud from BABYSWEET SESSIONS on Vimeo.


es ist hier alles ganz anders

Die Birke hier vor meinem Haus,
sieht gar nicht wie ne Birke aus.
Doch gleiches, denkt sie wohl von mir.
Klischees gibts eben dort wie hier.



…und dann sucht man Birken auf youtube und bekommt das Leben soooo dufte zusammengefasst. Zauberhaft.



Kein ABER, wir gehen!